Keine Chance der Dunkelheit! So zeigen Sie dem Winterblues die rote Karte – Meine TOP 6

Alle Jahre wieder, wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, leiden viele Menschen unter einer Winterdepression, dem sogenannten Winterblues. Alles wird dabei schwerer – das Aufstehen, der Alltag, das Fröhlichsein.
Sie werden immer gereizter, können nur noch schwer Interesse für irgendetwas aufbringen und meiden Kontakte. Mit Sport oder anderen Aktivitäten muss man ihnen schon gar nicht kommen!

Schuld daran soll der Serotonin-Melatonin-Haushalt sein. In Dunkelheit wird Melatonin (im Volksmund „Schlafhormon“ genannt) vermehrt ausgeschüttet. Das Glückshormon Serotonin kommt dabei zu kurz. Und schon hat sich unsere kleine Chemiefabrik umgestellt – auf Dauermüdigkeit, Niedergeschlagenheit und Heißhungerattacken. Frauen sind von dem Phänomen Winterdepression deutlich öfter betroffen als Männer.

Wozu soll denn das gut sein?!

Hatte diese natürliche jahreszeitliche Veränderung auch einmal einen Sinn? In Zeiten, in denen wir Menschen nicht jeden Tag, rund ums Jahr gleich gut „funktionieren“ mussten, war so eine Umstellung auf vermehrten Schlaf und Gewichtszunahme durchaus sinnvoll. Die harte Arbeit auf den Feldern war getan und so bot die dunkle Zeit die Möglichkeit, die Reserven aufzufüllen und neue Kräfte für die nächste harte, aktive Zeit zu sammeln oder – noch viel früher – sich gemütlich in der Höhle aneinander zu kuscheln.

Die „Depression“ kommt erst hinzu, wenn wir merken, dass wir zwar im Auftank-Modus stecken, aber weiterhin gleich viel Leistung abliefern müssen und das nicht schaffen. Durch die Überforderung und den Anspruch, trotzdem alles gleich gut und schnell und intensiv zu machen wie im Sommer, fühlen wir uns gestresst und deprimiert.
Dazu kommt, dass Weihnachten vor der Tür steht, was uns zusätzlich Druck macht. Es soll ja schließlich alles perfekt werden!

Ich möchte diesen Zustand keinesfalls bagatellisieren. Betroffene leiden manchmal stark darunter. Sollte die Belastung nur noch schwer zu ertragen sein oder sich sogar Lebensüberdruss einstellen, muss UNBEDINGT medizinische Hilfe bei einer Fachperson gesucht werden!
Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Einnahme von Nahrungsmittelergänzungen oder leicht stimmungsaufhellenden Präparaten wenig Wirkung zeigt. Trotzdem gehört die Behandlung mit z.B. Johanniskraut oder Vitamin D3 in die Hände von Fachleuten.
Sollten solche Beschwerden regelmäßig auftreten oder nur sehr schwer zu bewältigen sein, kann eine klassisch homöopathische Behandlung greifen. Doch so weit muss es oft gar nicht kommen!

Und was kann ich da machen?

Wenn Sie spüren, dass Sie sich auf dem absteigenden Ast befinden und Sie sich etwas Gutes tun wollen, probieren Sie meine Anregungen aus – kleiner Aufwand, große Wirkung!!
Nein, ich komme Ihnen hier NICHT mit ausgiebigen Trainingsprogrammen oder anderen Dingen, die Sie regelmäßig machen müssen, damit sie funktionieren. Sie wissen ja selber am besten, dass Ihnen ein geregelter Tagesablauf, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung guttun. Dazu brauchen Sie mich nicht. Denn ich weiß, dass so etwas bei Antriebsschwäche nur sehr schwer umzusetzen und durchzuhalten ist.
Mein Motto lautet daher eher: „Keep it simple and easy“ – ohne Anspruch auf lückenlose Umsetzung. Machen Sie sich keinen Druck, denn davon haben Sie schließlich schon genug. Lassen Sie sich lieber inspirieren und probieren Sie, was für Sie passen könnte und in welchem Ausmaß. Die Energie kommt dann womöglich ganz von selbst.

Ich wünsche Ihnen einen gemütlichen, harmonischen und fröhlichen Winter!

Hier meine TOP 6

(Ja, ich weiß! „TOP FIVE“ klingt besser, aber Nummer sechs ist einfach zu wichtig, um sie wegzulassen… 😉 )
winter woman 1) Suchen Sie das Licht

Zu wenig Licht begünstigt ein Stimmungs- und Antriebstief. Wie schon erwähnt, wird in Dunkelheit Melatonin ausgeschüttet, was den Winterschlaf-Prozess in Gang bringt. Um dem vorzubeugen, suchen Sie am besten jede Möglichkeit, ein paar (natürliche!) Lichtstrahlen zu erwischen. Das regt die Serotoninproduktion an. Dazu muss nicht mal die freundliche Sonne am Himmel stehen. Bereits ein Spaziergang bei bedecktem Himmel kann sehr unterstützend wirken. Und dabei kommt so ganz nebenbei auch unser natürliches Bedürfnis, uns mit der Natur zu verbinden, zum Zug.

Sie könnten aber z.B. auch Ihre Möbel ein bisschen umstellen. Warum soll der Schreibtisch nicht am Fenster stehen? Oder Sie schneiden das Gemüse fürs Mittagessen doch mal im Wintergarten, statt in der düsteren Küche. Vielleicht holen Sie Ihr Kind zwischendurch zu Fuß, statt mit dem Auto von der Schule ab oder drehen eine Runde durch den winterlichen Garten – und zack, schon wieder haben Sie ein bisschen auf Ihr Lichtkonto eingezahlt! Ich bin sicher, Sie haben noch jede Menge weiterer Ideen, die sich ganz einfach in Ihren Alltag integrieren lassen, ohne das kleinste bisschen Mühe zu machen. Jede Möglichkeit, sich ins Licht zu stellen zählt und hebt somit Ihre Bilanz.

2) Denken Sie um

Sobald die Sommersonne ihre Kraft verliert, beginnt das bange Zittern: „Wie wird der Winter wohl diesmal werden? Wie wird es mir ergehen? Ich kann die Kälte und die Dunkelheit nicht leiden! Ich will die Sonne zurück!“
Spätestens nach der Zeitumstellung Ende Oktober ist es dann amtlich. Sie hat begonnen, die dunkle Jahreszeit. Doch ändert unsere Ablehnung etwas daran? Nein! Sie macht alles nur noch schlimmer. Wer schon erwartet, dass es „grauslig“ wird, wird ganz nach dem Resonanzprinzip vermutlich auch einen „grausligen“ Winter erleben.
Doch halten Sie sich einfach mal vor Augen: von Ende Oktober bis Weihnachten sind es nur ein paar Wochen!

Jammern wir nicht alle, wie schnell doch wieder dieses Jahr / dieser Sommer / diese Woche vergangen sind? Genauso schnell vergehen auch diese paar Wochen bis Weihnachten. Zweimal blinzeln und schon ist’s vorbei!

Warum nehme ich Weihnachten zum Stichtag und nicht den Frühlingsbeginn? Weil zu Weihnachten die Wintersonnwende ist. Der dunkelste Tag des Jahres ist erreicht, von da an geht’s bergauf. Bereits ab Januar lässt sich eine deutliche Verlängerung der Tageslichtzeit erkennen und die Lebensgeister kehren zurück. Sich das zu verdeutlichen, hilft. Sehr sogar!
Mit diesem Perspektivenwechsel lassen sich diese paar klitzekleinen Wochen doch sicher besser überbrücken. 😉
Und außerdem: statt sich über die dunkle, kalte, graue Zeit zu grämen, könnten Sie versuchen, sich auf die kuschelige Zeit mit dicken Socken, einem guten Buch und einer schönen Tasse Tee vor dem Kamin zu freuen.

3) Seien Sie lieb zu sich selbst (und zu anderen)

Wie ist denn das zu verstehen? Z.B. so: Wenn Sie ohnehin schon am Anschlag sind und keine Kraft mehr haben, all Ihre gesteckten Ziele zu erreichen, ist es nicht von Vorteil für Ihr Wohlbefinden, wenn Sie sich selbst noch dafür schelten. Klar, MEHR geht immer – aber weniger auch. Orientieren Sie sich an dem, was sie geleistet haben und nicht daran, was Sie nicht geschafft haben.
Oder als anderes Beispiel: machen Sie Ihre Körperpflege zum Fest! Genießen Sie bewusst das warme Wasser, das über Ihre Haut läuft und so den Staub und Geruch des Tages wegwäscht. Cremen Sie sich behutsam ein und spüren Sie, wie angenehm die Berührung sich anfühlt.
Egal was Sie machen: Versuchen Sie so viel Liebe und Achtsamkeit hineinzulegen, wie nur möglich. Kleine Dinge gewinnen dadurch an Stellenwert und Sie selbst erfahren Wertschätzung.
Und am besten denken Sie daran, dass es anderen ganz gleich geht wie Ihnen. Jeder hat so seine persönlichen Baustellen. Seien Sie nachsichtig! 😉

4) Verschieben Sie Entscheidungen

Hier kommt mein Lieblings-Tipp! Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass im Dezember alles kopfsteht? Dies und das und jenes muss UNBEDINGT noch vor Jahreswechsel erledigt werden, der Chef scharrt mit den Hufen, der Streit mit den Nachbarn eskaliert, eine mögliche Kündigung oder ein Wohnungswechsel….alles steht im Dezember an, wenn die Luft ohnehin schon komplett raus ist. Warum ist das so?

Weil es sehr vielen Leuten ähnlich geht wie Ihnen. Das Kalenderjahr soll noch abgeschlossen werden, die Bilanz optimiert, am besten noch eine Inventur gemacht und die Noten des Sprösslings verbessert werden. Dazu soll Weihnachten perfekt werden und alle wünschen sich endlich, endlich eine besinnliche Weihnachtszeit. Doch das Gegenteil wird damit erreicht. Der Druck wird sozusagen ausgelagert und an andere weitergegeben mit dem Effekt, dass gerade im Dezember sehr oft von verschiedenen Seiten auf (z.T. zukunftsrelevante) Entscheidungen gepocht wird.

Umgehen Sie diese Energieräuberfalle! Die meisten Entscheidungen lassen sich auch auf Januar verschieben. Ja, ich weiß – ich hätte auch gern alles Wichtige im alten Jahr abgeschlossen und erledigt, doch auf diese Weise kommen oft dumme, unausgereifte Entscheidungen zustande, die im neuen Jahr ohnehin wieder neu überdacht werden müssen.

Wenn Sie es aushalten und die Situation es zulässt, verschieben Sie alle wichtigen Entscheidungen auf das neue Jahr. Das reduziert den winterlichen Stress enorm! Im Januar werden die Tage wieder länger, die Leute sind weniger genervt und viel entspannter, wir bekommen weniger Druck von außen (und auch von innen) und selbst der Chef hat erkannt, dass auch dieses Jahr der Weltuntergang wieder ausgeblieben ist.

Was glauben Sie, wie viel überlegter und passender Ihre Entscheidungen ausfallen werden? Es geht schließlich um Ihre Zukunft!
Doch falls das mit dem Verschieben irgendwie nicht klappen will, dann springen Sie mutig auf den fahrenden Zug. Manche Gelegenheiten kommen eben nicht so schnell wieder. Da nützt dann auch kein Hadern und Zaudern.

5) Reduzieren Sie den Input

Von allen Seiten lassen wir uns beschallen – im Kaufhaus, im Auto, gemütlich auf dem Sofa. Das ist zu viel! Besonders, wenn wir uns abgespannt, überfordert und traurig fühlen, braucht unsere Seele ein wenig Pause.
Schalten Sie Radio, Fernseher und Computer ab!
Wir lassen unseren Geist mit Werbung und Schreckensmeldungen aus aller Welt vermüllen und wundern uns, warum wir immer nervöser, ängstlicher und unsicherer werden.
Wir tauchen dabei in die Welt anderer Menschen ein und leben mit ihren Problemen mit, ohne mit unseren eigenen im Augenblick fertig zu werden.
Klar gibt es auf Facebook nette Videos und Statusmeldungen. Klar bekommt man in der Werbung die neuesten Angebote mit, die man unbedingt haben muss. Das nennt man dann auch Bedürfnisse wecken, die man vorher gar nicht hatte. 😉 Und klar bekommt man aus den Schlagzeilen das neueste Weltgeschehen, die neuesten Skandale und Schweinereien mit, die rund um den Globus passieren. Doch BRAUCHEN wir das wirklich? Nachrichten verbreiten Angst und Schrecken, Skandale machen wütend und hilflos, Werbung macht unzufrieden. Brauchen Sie diese Gefühle wirklich oben drauf – sozusagen als Sahnehäubchen – zu Ihrem aktuellen Zustand? Oder kann die Welt sich ruhig auch einmal eine Weile ohne Sie weiterdrehen?
Wenn Sie es schaffen, Ihren medialen Input für ein Weilchen auf ein Minimum zu reduzieren, haben Sie schon halb gewonnen.

6) Last but not least: „Fake it till you believe it“ – also tun Sie so als ob, bis Sie es selber glauben!

Hmmm, das ist ein bisschen schwieriger zu erklären. Ich versuch’s mal: Also wenn Sie es z.B. schaffen, sich im Spiegel zuzulächeln, obwohl Ihnen eher nach Heulen zumute ist, dann signalisieren Sie Ihrem Unterbewusstsein: „Ui, da freut sich jetzt aber jemand!“ Schon das Anheben der Muskeln zu einem Lächeln hat diesen Effekt. Vielleicht schaffen Sie es, immer wieder mal tagsüber die Mundwinkel nach oben zu ziehen (auch ohne Spiegel). Nach ein paarmal fällt es Ihnen schon leichter und noch ein paarmal später fühlt es sich sogar schon fast natürlich an. Es sind die kleinen Schritte, die zählen!
Versuchen Sie alles – auch die ganz alltäglichen Dinge – so zu machen, als wären sie das Beste, was Sie sich jetzt gerade vorstellen können. Flirten Sie mit dem Staubsauger und singen Sie in die Spülbürste.
Oder wie wäre es z.B. damit: Gehen Sie raus und unternehmen Sie etwas oder treffen Sie sich mit einer Freundin, auch – oder besonders – wenn Sie ÜBERHAUPT keine Lust dazu haben. Wetten, es macht Ihnen schlussendlich doch ein klitzekleines bisschen Spaß?
Oder tun Sie so, als seien Sie übermütig. Springen Sie durch die Wohnung oder tanzen Sie zu einem tollen Song, so als ob es Ihnen Spaß machen würde. Sie müssen es selber nicht glauben, Sie müssen nur so tun als ob. Überlisten Sie sich selbst!
Also kurz gesagt, machen Sie Dinge, die Ihnen normalerweise Spaß machen, auch wenn Sie sie jetzt gar nicht machen wollen. Erstens bringt es schlussendlich doch immer ein klein wenig Freude und zweitens kommt das Signal im Unterbewusstsein an. Schrittweise übernimmt es dann diese positive Haltung und ohne dass Sie es merken wird auf einmal alles etwas leichter, bis Sie vielleicht sogar wirklich wieder ein kleines bisschen Glück in sich aufkeimen spüren.

So, und jetzt ran an die Buletten! 🙂

 

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